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Donau so bunt: Mehr Plastikmüll als Jungfische in Europas zweitgrößtem Fließgewässer

Alarmierende Ergebnisse liefern LimnologInnen der Universität Wien: Sie führten im Zuge eines Forschungsprojekts über Jungfische in der Donau erstmals eine Mengenabschätzung der Plastikfracht in Europas zweitgrößtem Fließgewässer durch und fanden heraus, dass die Donau in den Uferbereichen zwischen Wien und Bratislava mehr Plastikpartikel als Fischlarven transportiert. Dieses Ergebnis publiziert ein Team um Hubert Keckeis im Fachjournal “Environmental Pollution”.

Plastikmüll akkumuliert sich weltweit in sämtlichen Ökosystemen. Diesbezügliche Studien in Gewässern fokussieren fast ausschließlich auf die Situation in den Meeren; allgemein bekannt sind die riesigen schwimmenden Plastikteppiche im Atlantik und Pazifik. Sämtliche bisher untersuchten und beschriebenen Konsequenzen, die sich durch die Anreicherung von Plastik in marinen Systemen ergeben, sind auch in Flüssen zu befürchten. (more…)

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Neu: Umweltfreundliche chemische Reaktion verschwendet keine Atome

In der Arbeitsgruppe von Nuno Maulide, Chemiker an der Universität Wien, wurde eine neue chemische Synthese für α-arylierte Carbonylverbindungen entwickelt. Vertreter dieser Substanzklasse zeigen interessante biologische und pharmakologische Eigenschaften und kommen z.B. bei entzündungshemmenden Medikamenten zur Anwendung. Die neue Technik, mit der sich solche Carbonylverbindungen einfach, effizient und umweltfreundlich – ohne Verschwendung von Atomen – herstellen lassen, erregt in der Wissenschaft derzeit hohe Aufmerksamkeit. Die Publikation im Fachmagazin “Angewandte Chemie” wurde von der Redaktion als sehr wichtig eingestuft.

Vom zufälligen Ergebnis zum rationalen Design
In der organischen Chemie gibt es nach wie vor Überraschungen, z.B. wenn neue Eigenschaften bei Stoffen und Reaktionen entdeckt werden. Beispielsweise eine neue Reaktivität, also die Fähigkeit eines Stoffes, eine chemische Reaktion einzugehen, liefert ein tieferes Verständnis der an der Reaktion beteiligten Faktoren. ChemikerInnen können im Idealfall darauf aufbauend neue Transformationen entwickeln. (more…)

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MuslimInnen in Österreich säkularisierter als angenommen

Das religiöse Alltagsleben von MuslimInnen in Österreich ist facettenreicher und vielfältiger als weithin angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine empirische Untersuchung des Instituts für Islamische Studien der Universität Wien. Dass es sich bei der muslimischen Bevölkerung in Österreich um eine homogene Gruppe mit durchwegs einheitlicher Glaubenspraxis handeln würde, erweist sich jedenfalls als Klischee. Vielmehr, so die Aussage der Studie, orientiert sich deren religiöse Alltagspraxis keineswegs strikt an den religiösen Pflichten des Islams, sondern weicht davon auch durchaus ab.

Im Rahmen der qualitativen Studie wurden Interviews in mehreren Bundesländern geführt, die ein lebendiges, alltagsnahes Bild der Religiosität und der religiösen Alltagspraxis muslimischer Bevölkerungsgruppen in Österreich vermitteln. Was den täglichen Umgangs mit Religion betrifft, konnten die ForscherInnen rund um Ednan Aslan fünf Haupttendenzen feststellen: (1) Distanzierung und Abwendung von Religion, (2) ein säkularisierter Umgang mit Religion, (3) religiöse Emanzipation, (4) ein pragmatischer Umgang mit Religion sowie (5) der Rückzug in die Religion. (more…)

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Im Schlaf gemeinsam Gutes tun

Samsung Österreich und die Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien haben heute den Startschuss für eine großangelegte nationale Initiative gegeben: Unter dem Namen “Power Sleep” wollen die beiden Partner Smartphone- und Tablet-User in ganz Österreich dazu anregen, die Forschung im Kampf gegen Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs voranzutreiben. Erreicht werden soll dies über eine eigens entwickelte Android-App: Sie erlaubt die nicht benötigte Prozessorleistung der mobilen Endgeräte der wissenschaftlichen Forschung zu spenden – etwa während man schläft. 

“Technologie kann nur in den Händen der Menschen Großes vollbringen. Was Thomas Rattei und sein Team an der Universität Wien in der Proteinforschung mit IT-Unterstützung und wissenschaftlichem Know-how leisten, hat uns inspiriert. Unsere Anerkennung dafür – und gleichzeitig unser Beitrag für den Kampf gegen Alzheimer oder Krebs – heißt Power Sleep”, erklärt Martin Wallner, Senior Director IT & Mobile bei Samsung Electronics Austria.  (more…)

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Bausteine des Lebens für den Saturnmond Titan gefunden

Es muss nicht immer nur Wasser sein

WissenschaftlerInnen der Universität Wien ist es gemeinsam mit US-amerikanischen KollegInnen von der Washington State University erstmals gelungen, die Synthese der Bausteine des Lebens auf dem urzeitlichen Saturnmond Titan im Labor nachzustellen. Das Team um Johannes Leitner konzipierte dafür ein Experiment, welches bereits die Entstehung von Aminosäuren auf der Erde erklärte. Dazu schufen sie eine hypothetische urzeitliche Titanatmosphäre und verwendeten als besonderen Clou nicht Wasser, sondern ein alternatives Lösungsmittel. Der Erfolg des Experiments, basierend auf einem Gemisch aus Wasser und Ammoniak, stellt auch gleichzeitig einen weiteren Beweis dafür dar, dass es nicht immer nur reines Wasser sein muss, um Lebensbausteine entstehen zu lassen. (more…)

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Wie man Graphen supraleitend machen kann

Sobald ein neuartiges Material entdeckt wird, ist eine der ersten Fragen: Kann das neue Material supraleitend sein? Das gilt insbesondere für das Wundermaterial Graphen. Nun erforschte ein internationales Team um Wissenschaftler der Universität Wien den supraleitenden Paarungsmechanismus in mit Kalzium dotierten Graphen. In ihren Arbeiten verwendeten sie Synchrotronstrahlung, um damit die winkelaufgelöste Photoemission von Graphen zu messen. Ihre Ergebnisse erscheinen im renommierten Journal “Nature Communications”.

Supraleitende Materialien besitzen eine außerordentlich wertvolle Eigenschaft: Sie können elektrischen Strom verlustfrei transportieren, wenn sie unter eine kritische Temperatur gekühlt werden. Supraleitung entsteht in bestimmten Materialien durch die Paarung von Elektronen, die sich bei höheren Temperaturen normalerweise abstoßen würden. Wissenschaftler aus der Gruppe “Elektronische Materialeigenschaften” an der Fakultät für Physik (Universität Wien) und ihre internationalen Kollaborationspartner machten sich gemeinsam an die Arbeit, um den möglichen supraleitenden Paarungsmechanismus im Wundermaterial Graphen zu untersuchen. (more…)

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Wenn der Durchschnitt einfach nicht gut genug ist

Der Durchschnitt wird für viele Dinge ermittelt: die Körpergröße, monatliche Arbeitstage oder die Wohnungsmieten einer Stadt, und spielt auch in der Analyse wissenschaftlicher Daten eine wichtige Rolle. Am Beispiel der Analyse von Proteinkristallstrukturen demonstrieren Computerbiologen der Max F. Perutz Laboratories der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien nun, dass das nicht immer der beste Weg ist. Die Studie des Teams um Bojan Zagrovic, erschienen im Fachjournal Nature Communications, zeigt, dass Proteinstrukturen wahrscheinlich sehr viel dynamischer und heterogener sind, als gängige Methoden zur Röntgenstrukturanalyse nahelegen.

Wann die Ermittlung des Durchschnitts gut ist und wann nicht (more…)

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Denkender Roboter schafft Symbiose zwischen Taucher und Rechner

Ein europäisches Forschungskonsortium hat sich zum Ziel gesetzt, einen neuen kognitiven Tauchroboter zu entwickeln, der in der Lage ist, das Verhalten und den physischen Zustand des Tauchers zu interpretieren. Das neue Gerät ist vor allem für Berufstaucher interessant. Sie absolvieren häufig hochkomplexe Arbeitseinsätze und bewegen sich in schwierigen Umgebungen. Verhaltensforscher Karl Grammer vom Department für Anthropologie der Universität Wien leitet bei dem mit 3,7 Millionen Euro geförderten Projekt die österreichische Kooperation. (more…)

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