Basstölpel für chinesische Bratpfannen?

„Der Falke“ berichtet über Seevogelfang vor Mauretanien

Vor der Küste Mauretaniens überwinternde europäische Seevögel werden möglicherweise zu Zehntausenden mit Fischereinetzen gefangen und zum Verzehr nach China exportiert. Dies berichtet das Vogelbeobachter-Magazin „Der Falke“ in seiner Juli-Ausgabe.

Wie „Der Falke“ in einer vorab verbreiteten Pressemitteilung erläutert, hatten mauretanische Behörden bereits im vergangenen Jahr bei der Kontrolle eines chinesischen Fischtrawlers Groß-Container beschlagnahmt, die nach Zeugenaussagen mit Kisten voller getöteter, tiefgefrorener und zum Export in Folie eingeschweißter Seevögel beladen waren. Deklariert war die Fracht als Fischlieferung. Vom illegalen Fang besonders betroffen sind demnach Basstölpel. Darunter könnten auch Vögel des einzigen deutschen Brutgebiets dieser Art auf Helgoland sein. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Helgoländer Basstölpel in den fischreichen Gewässern vor Mauretanien überwintern. Basstölpel wiegen bis zu 3,5 Kilogramm, das entspricht einer gut genährten Hausente.

Basstölpel. Image credit: NABU.de

Basstölpel. Image credit: NABU.de

„Das ganze Ausmaß der Vogelwilderei ist nicht geklärt, doch mauretanische Quellen sprechen von bis zu 95.000 Vögeln“, sagt der Autor der Recherche, Thomas Krumenacker. „Besonders schockierend sind die ernstzunehmenden Hinweise darauf, dass die Vögel nicht — wie leider häufig in der Fischfangindustrie üblich — als ‚Beifang’ versehentlich in die Netze der Fischerboote gelangt sind, sondern dass gezielt auf sie Jagd gemacht wurde.“ Ein möglicher Massenfang in den besonders sensiblen Überwinterungsgebieten wäre ein dramatischer Rückschlag auch für die Schutzbemühungen in Deutschland und Europa.

Auch international reagieren Umweltschutzorganisationen alarmiert: „Die Küstengewässer Mauretaniens gehören zu den wertvollsten und intaktesten Meeres-Ökosystemen der Erde, sie sind von überragender Bedeutung für Vögel und andere Tiere“, sagt Rory Crawford, Seevogelexperte des britischen NABU-Partners Royal Society fort he Protection of Birds (RSPB). „Für welchen Markt waren die Vögel bestimmt? Was wissen die Behörden über diese Praxis? Die Recherche wirft Fragen auf, die dringend beantwortet werden müssen.“

Vorab-PDF des in der Juli-Ausgabe von „Der Falke“ erscheinenden Artikels
Homepage „Der Falke“

*Source: NABU.de

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