Rückgang bei Grünfink und Kohlmeise

Wintervögel-Zwischenstand nach 8.300 Meldungen und 340.000 Vögeln

Wer groß und laut ist, fällt auch in Garten und Park eher auf als die kleinen und versteckt lebenden Vögel. Das scheint bei der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ bisher in besonderem Maße zu gelten. Während viele Arten stagnieren oder etwas weniger häufig beobachtet werden als im Vorjahr, sind Schwergewichte wie Tauben und Rabenvögel aller Art scheinbar auf dem Vormarsch.

Grünfink. Image credit: NABU.de

Grünfink. Image credit: NABU.de

Bis zum frühen Samstagabend haben 11.000 Vogelfreunde aus 8.300 Gärten mehr als 340.000 Vögel gemeldet. Knapp in Führung liegt weiterhin der Haussperling, gefolgt von der Vorjahressiegerin Kohlmeise. Ebenso wie der Grünfink schwächelt die Kohlmeise erkennbar – was nicht unbedingt an wenig Nachwuchs im nassen Frühjahr liegen muss, es kann auch schlicht bedeuten, dass die Meisen in diesem milden Frühwinter auch außerhalb der Gärten genug zu Futtern finden.

Vogel-Top-10: Durchschnittszahl pro Garten und Änderung zum Vorjahr in Prozent

1. Haussperling 5,82 minus 8
2. Kohlmeise 5,66 minus 15
3. Blaumeise 4,10 minus 6
4. Feldsperling 3,83 minus 4
5. Amsel 3,15 minus 4
6. Grünfink 2,19 minus 30
7. Buchfink 1,8 minus 5
8. Elster 1,77 plus 20
9. Rabenkrähe 1,18 plus 33
10. Rotkehlchen 1,01 plus 6

In einer anderen Wertung führt die Kohlmeise allerdings weiter unangefochten: In 90 Prozent aller Gärten wurden Kohlmeisen gesichtet, Haussperlinge dagegen nur in jedem zweiten. Dort wo sie aber erscheinen, laufen die Spatzentrupps im Durchschnitt zu elft, also in voller Mannschaftsstärke auf, während die Kohlmeisentrupps in den besuchten Gärten nur auf je sechs Vögel kommen.

Vorkommen in Prozent der Gärten

1. Kohlmeise 91 Prozent
2. Amsel 88 Prozent
3. Blaumeise 82 Prozent
4. Rotkehlchen 65 Prozent
5. Elster 63 Prozent
6. Haussperling 55 Prozent
7. Buchfink 54 Prozent
8. Grünfink 43 Prozent
9. Feldsperling 39 Prozent
10. Kleiber 36 Prozent

Aus dem gleichen Grund hat in der aktuellen Tabelle zum Beispiel auch die Rabenkrähe das Rotkehlchen überholt. Bekanntlich „hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus“, was heißt, dass diese zwar durchaus untereinander um Futter rangeln, aber insgesamt doch soziale Vögel sind, die gerade im Winter friedlich in großen Schwärmen miteinander leben. Ganz anders das niedlich aussehende, tatsächlich aber gerade gegenüber Artgenossen sehr aggressive Rotkehlchen. Selbst im Winter, wo es nicht mehr gilt, ein Brutrevier zu verteidigen, gehen sich Rotkehlchen weitgehend aus dem Weg. So lassen sich zwar in 60 Prozent aller Gärten Rotkehlchen beobachten, es erscheinen meist aber nicht mehr als ein oder zwei Rotkehlchen gleichzeitig.

*Source: NABU.de

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