Ein gutes Jahr für die Große Hufeisennase

Reichlich Nachwuchs bei Deutschlands seltenster Fledermaus

Die letzte Kolonie der Großen Hufeisennase in Deutschland liegt in diesem Jahr auf Rekordkurs. Nachdem schon die Zählung der überwinternden Tiere einen neuen Höchststand erreichte, leben derzeit so viele Fledermäuse wie noch nie in der einzigen bekannten deutschen Wochenstube in der Oberpfalz.

Im Dachboden des vom NABU-Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) betreuten Fledermaushauses in Hohenburg zählte Projektleiter Rudolf Leitl zuletzt 111 erwachsene Fledermäuse, 17 mehr als im Vorjahr. „Die höchste Zahl erwachsener Tiere wird erfahrungsgemäß immer kurz vor der Geburt der Jungen registriert“, so Leitl über seine regelmäßigen Erfassungen.

Aufgrund des kurzen Winters erblickten bereits Anfang Juni die ersten Jungtiere das Licht der Welt, so früh wie noch nie in den bisher erfolgten Aufzeichnungen. „Das Tageslicht haben sie aber nicht wirklich gesehen, denn die Kleinen sind bei der Geburt noch blind“, erklärt Leitl. „Und auch sonst bevorzugen sie ein Leben in Dunkelheit, das ihnen zahlreiche Nachtinsekten und gleichzeitig Schutz vor Feinden bietet.“

Noch feucht hinter den großen Ohren: Junge Hufeisennasen im Dachgebälk. Image credit: NABU.de

Noch feucht hinter den großen Ohren: Junge Hufeisennasen im Dachgebälk. Image credit: NABU.de

Mit 50 Jungtieren kamen 13 Fledermäuse mehr zur Welt als im Vorjahr. Der frühe Geburtstermin bedingt zudem, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit der Jungen für den ersten Winter steigt. Je früher die Jungen geboren werden, desto mehr Zeit haben sie, die Insektenjagd effektiv zu lernen, um sich darüber genügend Fettreserven für den Winterschlaf anzufressen.

Mithilfe fernsteuerbarer Infrarotkameras lässt sich das Geschehen im Quartier der Hufeisennasen bestens und ganz ohne Störung der Tiere beobachten. Im Rahmen des EU-geförderten LIFE-Projektes führt der LBV somit auch kontinuierlich ein intensives Monitoring durch, um möglichst schnell auf unerwünschte Entwicklungen reagieren zu können. Positiver Nebeneffekt: Auch die Besucher des Fledermaushauses können via Kamera intensiv am Leben der alten und jungen Tiere teilhaben. Einen ersten Eindruck bekommen Fledermausfreunde per Live-Webcam unter www.lbv.de/hufeisennase.

Die Überlebensrate der Hohenburger Hufeisennasen ist sehr hoch, so dass dieses derzeit einzige bekannte und vollkommen isolierte Fortpflanzungsvorkommen der Großen Hufeisennase in Deutschland den wichtigsten Meilenstein des LIFE-Projektes, nämlich die Hunderter-Marke im Wochenstubenquartier, schon übertroffen hat. Mit Spannung verfolgen die Fledermausschützer nun, wie sich die Jungtiere über den Sommer entwickeln werden.

*Source: NABU.de

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