“Coffee to go”? Projekt über Englisch im öffentlichen Wiener Raum

“Kaffee zum Mitnehmen” oder “Coffee to go”: Wie “englisch” ist Wien im Zeitalter der Globalisierung wirklich? Das erforscht die Sprachwissenschaftlerin Barbara Soukup vom Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien. Werbeplakate, Geschäftsschilder und Hinweistafeln mehrerer Wiener Straßenzüge werden auf ihren Sprachgebrauch untersucht und sollen Aufschluss darüber geben, wie Englisch in der Wiener Öffentlichkeit präsent ist.

Die Erforschung von Sprachverwendung im öffentlichen Raum ist ein Bereich der angewandten Sprachwissenschaft, der seit den 1990er Jahren stark im Aufschwung ist. Das Forschungsobjekt wird dabei meistens als “Sprachlandschaft” (“linguistic landscape”) bezeichnet. Ein zentrales Interesse gilt der Rolle, die offizielle und inoffizielle Sprachpolitiken und -ideologien in diesem Zusammenhang spielen. Oftmals wird speziell die Präsenz von Minderheitensprachen erforscht; es wurden aber auch schon Zusammenhänge zu eher unbewusstem Fremdsprachenlernen hergestellt.

Image credit: Karsten Hitzschke (Source: Flickr)

Image credit: Karsten Hitzschke (Source: Flickr)

In ihrem FWF-Projekt “Englisch in der Wiener Sprachlandschaft” untersucht Barbara Soukup nun den öffentlichen Raum Wiens. “Von Tokio über Tel Aviv bis Triest haben SprachwissenschaftlerInnen schon die Ausbreitung des Englischen im öffentlichen Raum analysiert”, erklärt Soukup: “In Wien fehlte bisher eine großangelegte, systematische Studie”. Diese soll Soukups Projekt jetzt liefern.

Dabei ist die Analyse der Häufigkeit des englischen Sprachgebrauchs in Wien nur ein erster Schritt. “In weiterer Folge werden auch PassantInnen befragt, welche Assoziationen sie mit der visuellen Verwendung der Sprache verbinden: Finden sie Englisch im öffentlichen Raum cool und jung, oder doch eher affektiert und unpassend?”, so die Anglistin. Untersucht wird auch, wie es um Wörter wie “Internet”, “Computer” oder “Design” steht, also Begriffe, die zwar ursprünglich aus dem Englischen kommen, aber vielleicht kaum noch als “englisch” empfunden werden.

“Das Interesse am Thema ist groß, aber die Meinungen zu Englisch in Wien gehen sehr auseinander”, sagt Soukup: “Das Projekt soll neue Perspektiven aufwerfen, wie Englisch, aber auch Sprache generell das öffentliche Leben in Wien gestaltet”. Erste Ergebnisse des Projekts sollen in zwei Jahren vorliegen.

Projekthomepage: https://homepage.univie.ac.at/barbara.soukup/ellvia.html

*Source: Universität Wien

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