Wie gut gefällt die Allee auf dem Acker? Projekt zu „Agroforstwirtschaft“

„Agroforstwirtschaft“ soll eine Konkurrenz zwischen Tank und Teller um Anbauflächen vermeiden. Die Idee: Ackerflächen werden doppelt genutzt, für Feldfrüchte ebenso wie für Energiepflanzen. Eine Masterarbeit untersucht, wie die Bevölkerung das neuartige Landschaftsbild aufnimmt.

Nachwachsende Rohstoffe können einen nennenswerten Beitrag zur Energiewende leisten. Auch Holz, das als Pellets oder in Hackschnitzel-Anlagen verfeuert wird, trägt zu einer nachhaltigen Energiegewinnung bei. Doch der Anbau von Energiepflanzen sollte nicht zu Lasten der Lebens- oder Futtermittelproduktion oder des Naturschutzes gehen. Ein vielversprechender Ansatz stellt die „Agroforstwirtschaft“ dar, die Ackerfrüchte und Gehölze auf einer Fläche vereint: Beispielsweise durchziehen dann Baumreihen ein klassisches Weizenfeld. Das ermöglicht eine maschinelle Ernte des Getreides und gleichzeitig eine ebenso rationelle Pflege der Bäume. Es entstehen aber völlig neue Landschaftsbilder. Wie ihr Anblick auf die Bevölkerung wirkt, untersucht Tristan Schüttler, Landschaftsplanungs-Student an der Universität Kassel, in seiner Masterarbeit.

Image credit: Universität Kassel

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„Das Nebeneinander von Gehölzen und Feldfrüchten hebt nicht nur die Konkurrenz zwischen Tank und Teller auf, es hat noch eine Reihe weiterer Vorteile“, erklärte Schüttler: „In einer strukturarmen Agrarlandschaft kann Agroforstwirtschaft die Artenvielfalt erhöhen; zudem bietet sie die Chance, Treibhausgase durch Kohlenstoffspeicherung im Boden zu binden.“ Mehr noch: „Die Bäume holen Wasser aus tiefen Bodenschichten, das kann den Ertrag der Feldfrüchte verbessern. Und schließlich brechen die Baumreihen den Wind und schützen so vor Erosion und strengem Frost.“ Schüttler geht davon aus, dass Nachbarn oder Wanderer das neuartige Landschaftsbild auch attraktiver finden als Monokulturen; ob das aber wirklich so ist, überprüft er derzeit in einer Online-Umfrage, für die er noch Teilnehmer sucht.

Für die Umfrage verwendet er Visualisierungen verschiedener Wachstumsstadien und Varianten der Agroforstwirtschaft. „Es gibt eine Vielzahl von Varianten, die sich auf einem Ackerschlag verwirklichen lassen und das Landschaftsbild unterschiedlich prägen. Welche Varianten wie beurteilt und welche bevorzugt werden, das will ich herausfinden.“ Die Umfrage baut auf das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „Agroforstwirtschaft“ der TU München auf, das Agroforstsysteme in verschiedenen Modellregionen Deutschlands auf ihre ökonomische und naturschutzfachliche Wirkung hin untersuchte.

Die Umfrage ist zu erreichen unter https://www.q-set.de/q-set.php?sCode=QWRNXPMCXVHN 

*Source: Universität Kassel

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