Jedes dritte Kind besitzt keine Geburtsurkunde

Kindern drohen grosse Nachteile, wenn sie ihre Geburt und damit ihr Alter nicht nachweisen können. Die Unicef schlägt Alarm.

Im östlichen und südlichen Afrikas sowie im südlichen Asien hat sogar die Mehrheit der Kinder keinen Geburtsschein. Sie sind amtlich nicht registriert. Auf die vielen Nachteile, welche den Kindern daraus entstehen, macht ein kürzlicher Bericht der UN-Kinderhilfsorganisation Unicef aufmerksam.

Die Geburtsurkunde ist ein verbrieftes Recht jeden Kindes, das im Übereinkommen über die Rechte des Kindes, kurz UN-Kinderrechtskonvention (englisch Convention on the Rights of the Child, CRC), ist seit 1990 festgeschrieben ist. Nur die USA und Somalia habe die Konvention nicht unterzeichnet. In Artikel 7 ist das Recht des Kindes auf en Geburtsregister wie folgt definiert:

Image credit: Chris

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«Das Kind ist unverzüglich nach seiner Geburt in ein Register einzutragen und hat das Recht auf einen Namen von Geburt an, das Recht, eine Staatsangehörigkeit zu erwerben, und soweit wie möglich das Recht, seine Eltern zu kennen und von ihnen betreut zu werden.»

Die Unicef schätzt die Zahl der Kinder ohne Geburtsurkunde auf 230 Millionen. Die Geburtsurkunde sei für das Kind ein «Pass zu dessen Schutz». Ohne eine solche Urkunde riskieren Kinder, später weniger Rechte auf Gesundheitsversorgung und Schulunterricht zu haben. Später bekommen sie Probleme, einen Heiratsvertrag zu schliessen, und sie bekommen keinen Zugang zu bestimmten Arbeitsplätzen.

Ohne Nachweis einer Geburtsurkunde riskieren Jugendliche zudem, noch im Kindesalter ins Militär eingezogen zu werden, oder von einem Gericht noch im Kindesalter nach dem Erwachsenenrecht verurteilt zu werden. Das Stimm- und Wahlrecht könnte ihm zu spät gewährt werden.

In einer besonders benachteiligten Situation befinden sich Palästinenser im Libanon: Da ihnen das Flüchtlingsstatut aberkannt wird, können sie ihre Kinder nicht registrieren lassen.

In Buthan dürfen Kinder mit unbekannten Vätern nicht registriert werden.

Papua-Neuguinea gibt es nach Angaben der Unicef kein Registrierungszentrum. Die 7 Millionen Einwohner leben zerstreut, viele auf Inseln.

– By Michel Bührer

*Source: Infosperber (Image source: Flickr)

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Der Autor ist als Journalist bei den UN-Organisationen in Genf akkreditiert.

Weiterführende Informationen

Original-Report der Unicef vom Dezember 2013: «Every Child’s Birth Right: Inequities and trends in birth registration»
Die UN-Kinderkonvention

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