Geheimnisse im Harz

Die Wissenschaftlerin Dr. Mónica M. Solórzano Kraemer vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt wird gemeinsam mit spanischen Kollegen die Kopalvorkommen Madagaskars untersuchen. Im Rahmen des von „National Geographic“ geförderten Projektes wollen die Wissenschaftler anhand von fossilen Organismen etwas über die Vergangenheit und die Zukunft des Biodiversitäts-Hotspots Madagaskar erfahren.

Bernsteine und Kopale sind Fenster in die Vergangenheit: In dem fossilen Harz finden sich immer wieder eingeschlossene kleine Tiere oder Pflanzenteile, sogenannte Inklusen. „Deren Abdrücke oder in selteneren Fällen auch Gewebereste bleiben seit Jahren im Kopal oder Jahrmillionen im Bernstein perfekt konserviert“, erklärt Dr. Mónica M. Solórzano Kraemer vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und ergänzt: „Das bietet uns die Möglichkeit, einen kleinen Blick auf die vergangenen Zeiten zu werfen.“

Perfekt erhalten: Insekten im Kopal. Image credit: © Solórzano Kraemer

Perfekt erhalten: Insekten im Kopal. Image credit: © Solórzano Kraemer

Die Frankfurter Biologin wird gemeinsam mit ihren spanischen Kollegen Prof. Dr. Xavier Delclòs (Universität Barcelona) und Dr. Enrique Peñalver (Instituto Geológico y Minero de España) im Rahmen eines vom National Geographic Global Exploration Fund Northern Europe und dem Malagasy Institut pour la Conservation des Ecosystèmes Tropicaux geförderten Projektes die Kopalvorkommen Madagaskars unter die Lupe nehmen.

„Wir möchten herausfinden, ob Bernsteineinschlüsse uns ein vollständiges Bild der damaligen Lebenswelt und Informationen zum Verlust der Artenvielfalt liefern können“, erklärt Solórzano Kraemer.

Hierzu wird das Forscherteam den Ursprung madagassischer Kopals untersuchen und eine Vergleichsstudie von im Harz gefundenen Bernstein-Inklusen und heutigen Insekten erstellen.

„Wir hoffen außerdem Aufschlüsse über die aus Madagaskar verschwunden Arten zu erhalten“, ergänzt Solórzano Kraemer und fügt hinzu: „Besonders vor dem Hintergrund des aktuell drohenden Verlustes der Artenvielfalt auf dem Inselstaat sind Kenntnisse über vergangene Aussterbe-Ereignisse sehr hilfreich für zukünftige Schutzkonzepte.“

Auch filigrane Details sind im Harz gut zu erkennen. Image credit: © Solórzano Kraemer

Auch filigrane Details sind im Harz gut zu erkennen. Image credit: © Solórzano Kraemer

Madagaskar zählt zu den „älteren Inseln“. So werden Inseln bezeichnet, die seit einem langen geologischen Zeitraum vom Festland getrennt sind. Hier gibt es überwiegend Tier- und Pflanzenarten, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind. Diese endemische Flora und Fauna ist aber zunehmend durch Brandrodung und Besiedlung bedroht.

„Unsere Feldarbeiten in Madagaskar beginnen im kommenden Frühjahr“, freut sich Solórzano Kraemer auf den Beginn des Projektes.

*Source: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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