Freie Sicht auf die Vögel des Glücks

Kranichwochen an Oder und Bodden / Mehr als 200 Veranstaltungen für Naturfreunde

Mitte September sind die meisten unserer Weißstörche bereits nach Süden aufgebrochen, um in Spanien oder Afrika den Winter zu verbringen. Bald drängt es auch die Kraniche in wärmere Gefilde. Aus Skandinavien und aus Osteuropa kommend, sammeln sie sich die kommenden Wochen an den Rastplätzen, bevor sie sich dann später laut trompetend, quer über Deutschland ziehend auf den Weg nach Frankreich, Spanien und Nordafrika machen.

„Während der Brutzeit leben die faszinierenden Vögel meist gut versteckt in Bruchwäldern und anderen Feuchtgebieten“, berichtete Günter Nowald, Leiter des Kranich-Informationszentrums. Während des Zugs dagegen lassen sich nicht nur die großen keilförmigen Flugformationen am Himmel verfolgen. Auch an den Gemeinschafts-Schlafplätzen und bei der Nahrungsaufnahme auf abgeernteten Feldern können Naturfreunde einen Blick auf die Kraniche werfen. „Da die Vögel immer wieder die gleichen Rastplätze aufsuchen, gibt es inzwischen zahlreiche feste Beobachtungplattformen“, so Nowald.

voegel des gluecks, kranichwochen, oder, bodden, spanien, afrika, osteuropa, deutschland, günter nowald, kranich touren, ostseebodden, nabu, wwf, ruegen bock region, kraniche

voegel des gluecks, kranichwochen, oder, bodden, spanien, afrika, osteuropa, deutschland, günter nowald, kranich touren, ostseebodden, nabu, wwf, ruegen bock region, kraniche. Image credit: NABU.de

Mehr als 200 geführte Kranich-Touren zu Fuß, per Fahrrad, Kremser, Bus, oder auch Schiff listet der NABU-Terminkalender für diesen Herbst auf. Einen besonderen Schwerpunkt gibt es mit gleich zwei „Kranichwochen“: vom 21. bis 29. September am Ostseebodden rund um das von NABU und WWF getragene Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf sowie vom 27. September bis 5. Oktober im Nationalpark Unteres Odertal in Gartz nahe Schwedt.

In vielen Regionen Europas haben die Kranichbestände in den letzten Jahren deutlich zugenommen. So brüten in Schweden mehr als 23.000 Paare, in Polen etwa 15.000 und in Finnland mindestens 18.000. In Deutschland hat sich die Zahl der Kranichpaare in nur einem Jahrzehnt auf 8.000 verdoppelt, überwiegend in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Mit dem Bruterfolg wachsen auch die Rastansammlungen auf bisher nicht gekannte Größen. So hielten sich nach Zählungen von Vogelkundlern Ende Oktober letzten Jahres im Rastgebiet Rhin- und Havelluch gleichzeitig 78.000 Kraniche auf; in der Rügen-Bock-Region des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft waren es zu diesem Zeitpunkt rund 60.000 Vögel. Einen Monat später hatte sich der Schwerpunkt nach Niedersachsen in die Diepholzer Moorniederung verlagert, wo mehr als 70.000 Kraniche erfasst wurden.

Programm 16. Woche des Kranichs im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft (PDF)

Programm 9. Woche des Kranichs im Internationalpark Odertal (PDF)

Bundesweite Übersicht Kranich-Veranstaltungen Herbst 2014

*Source: NABU.de

(Visited 13 times, 1 visits today)