Armeniens Biodiversität schützen

Konstruktiver Ideenaustausch beim Stakeholder-Forum in Jerewan

Wie können Aktivitäten von profitorientierten und nicht profitorientierten Akteuren unter einen Hut gebracht werden, um Armeniens besonders hohe Biodiversität zu schützen? Um diese Frage zu beantworten, trafen sich 47 Teilnehmer im Rahmen eines Stakeholder-Forums in Jerewan, das vom NABU und dem armenischen Naturschutzministerium am 21. Februar veranstaltet wurde.

Image credit: NABU.de

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Dabei begegneten sich zum ersten Mal Vertreter von sieben Unternehmen, 13 Naturschutz-Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und zwei armenischen Ministerien. “Wir wollten den Teilnehmern die Möglichkeit geben, sich persönlich kennen zu lernen, Meinungen und Ideen auszutauschen und nach Kooperationsmöglichkeiten zu suchen“, so der Leiter des NABU Kaukasus-Programms Vitalij Kovalev.

Vitalij Kovalev und Reiner Morell (v. li.). Image credit: NABU.de

Vitalij Kovalev und Reiner Morell (v. li.). Image credit: NABU.de

Eröffnet wurde das Forum durch den stellvertretenden armenischen Minister für Naturschutz Simon Papyan und Reiner Morell, den deutschen Botschafter in Armenien. In einer lebhaft geführten Diskussionsrunde zählten die Gäste anschließend die Herausforderungen auf, mit denen sie bisher bei Kooperationsversuchen zu tun hatten.

So wurden unter anderem die organisatorische Unreife von NGOs, das Negieren der Zuständigkeit seitens der Unternehmen oder die fehlende Unterstützung von Behörden als Hindernisse für gemeinsame Naturschutzprojekte genannt. Doch die anfänglichen gegenseitigen Schuldzuweisungen wichen im weiteren Diskussionsverlauf der Einsicht, dass Unternehmen, NGOs und staatliche Behörden zusammenarbeiten können und müssen, um Umwelt und Biodiversität zu schützen.

In Arbeitsgruppen besprachen die Teilnehmer mögliche Lösungsansätze wie die Einrichtung eines regulären Treffs oder das gemeinsame Forcieren des Umweltbewusstseins bei Konsumenten. Um erste Kooperationen anzuregen, rief der NABU während des Forums auch einen Ideenwettbewerb für Naturschutzprojekte zwischen NGOs und Unternehmen aus. Diese haben von nun an zehn Monate Zeit, gemeinsame Projektideen zu entwickeln. Die besten Konzepte werden Anfang 2015 mit Preisen ausgezeichnet.

Das Forum war eine Maßnahme des zweijährigen NABU-Projektes „Neue Bündnisse für den Schutz der Biodiversität im Hotspot Kaukasus”, das vom Beratungshilfeprogramm für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens (BHP) vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit seit dem Frühjahr 2013 gefördert wird.

*Source: NABU.de

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