Hochwasserschutz naturnah gestalten

NABU-Forderungen zur Umweltministerkonferenz in Heidelberg

Zur Umweltministerkonferenz (UMK), die vom 22. bis 24. Oktober in Heidelberg stattfindet, mahnt der NABU wegweisende Beschlüsse für den naturnahen Hochwasserschutz an. „Die Flüsse haben viel zu viel Raum eingebüßt“, hieß es nach den Sommerhochwassern 2013 aller Orten. Überschwemmungsgebiete müssten erhalten und ausgeweitet werden, so die zentrale Schlussfolgerung der Sondersitzung der Umweltminister vor einem Jahr.

Zudem müsse auch der Rückhalt an kleineren Flüssen, die selbst weniger von starken Ereignissen betroffen waren, ausgebaut werden. Diesen Worten müssen nun auch Taten folgen. Die Umweltminister der Länder und des Bundes haben es in der Hand, nun die Weichen für einen zukunftsweisenden, naturnahen Hochwasserschutz in Deutschland zu stellen. Sie müssen sich dabei an ihren Grundsatzbeschlüssen des letzten Jahres messen lassen.

Zentrale Forderung zur Umweltministerkonferenz: Keine Ausnahmen für das Bebauungsverbot in Überschwemmungsgebieten. Image credit: NABU.de

Zentrale Forderung zur Umweltministerkonferenz: Keine Ausnahmen für das Bebauungsverbot in Überschwemmungsgebieten. Image credit: NABU.de

Mit Spannung erwartet der NABU die Beratungsergebnisse zur inhaltlichen Ausgestaltung des nationalen Hochwasserschutzprogramms, über das auf der UMK beraten wird. Offen ist beispielsweise, wie viel Fläche letztendlich wieder an das natürliche Überflutungsregime angeschlossen werden soll. Ebenso ist unklar, ob die viel beschworenen Synergien mit dem Gewässer- und Naturschutz durch Deichrückverlegungen tatsächlich auch umfänglich genutzt werden.

„Wenn dem Hochwasserschutz tatsächlich die Priorität bei der Flächennutzung eingeräumt werden soll, wie es die Umweltminister fordern, dann kann es auch keine Ausnahmen mehr für das Bebauungsverbot in Überschwemmungsgebieten geben“ formuliert NABU-Gewässerexpertin Julia Mußbach eine der zentralen Erwartungen. Genauso muss die Bewirtschaftung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen umfangreicher darauf ausgerichtet werden, dass der Boden Wasser besser aufnehmen und speichern kann. „Das Rad muss nicht neu erfunden werden, es gibt genügend gute Beispiele, an denen man sich orientieren kann!“

*Source: NABU.de

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