Direkt nach dem Abitur oder erst nach einem langen Berufsleben: An der Universität Freiburg studieren Menschen in ganz verschiedenen Lebensphasen. Zwei Erstsemester des Wintersemester 2025/26 – 17 und 65 Jahre alt – erzählen von ihrem Weg an die Universität und was sie am Studium besonders begeistert.
„Ich wollte schon immer Geschichte studieren“, berichtet Alexander-Johannes Erlenkämper-Trappen. Jetzt, mit 65 Jahren, erfüllt er sich diesen Wunsch. Er ist der älteste Erstsemester im Wintersemester 2025/2026 an der Universität Freiburg. Zuvor hat der gebürtige Saarländer zwei Ausbildungen absolviert: zum Elektriker sowie zum Gesundheits- und Krankenpfleger.
Im Ruhestand angekommen, müsse er zunächst herausfinden, wie studieren eigentlich funktioniert, sagt er: „Ich bin kein junger Spund mehr, das ist mir klar. Zum Beispiel dauert bei mir das Lesen länger.“ Deshalb sei das erste Semester vor allem ein Kennenlernen. „Ich nehme mir die Zeit, um alle Strukturen und Abläufe zu verstehen, denn ich habe definitiv keinen Druck mehr, möglichst schnell fertig zu sein.“

Malia Kaleja und Alexander-Johannes Erlenkämper-Trappen haben im Wintersemester 2025/26 ihr Studium an der Universität Freiburg begonnen. Foto credit: Jürgen Gocke / Universität Freiburg
Trotz der noch neuen Umgebung hat Erlenkämper-Trappen große Freude an seinen Fächern und der intensiven Beschäftigung mit den Inhalten. „Im Nebenfach studiere ich Germanistik. Dass ich mich nur zwei Fächern so umfangreich widmen darf, ist schon toll. Da fällt mir das Lernen definitiv leichter als in der Schule“
Die Entscheidung, in seinem Alter noch ein Studium zu beginnen, wurde von seinem Umfeld sehr positiv aufgenommen. „Viele wären nie auf die Idee gekommen, die Rente so zu verbringen und unterstützen meinen Weg.“ Anderen Menschen, die über ein Studium im höheren Alter nachdenken, rät er zu Gelassenheit. „Es findet sich immer eine Lösung – ganz egal, ob man etwas nicht genau verstanden hat oder nicht weiß, wie etwas an der Universität genau funktioniert. Es ist überhaupt kein Problem jemanden zu fragen oder um Unterstützung zu bitten. Alle sind hier sehr offen und herzlich.“
Worauf sich Erlenkämper-Trappen in den kommenden Semestern freut? „Auf viele weitere spannende Vorlesungen und Seminare. Es wird mir schwerfallen, mich zu entscheiden.“
Mit 17 Jahren ins Studium starten
Für die Freiburgerin Malia Kaleja ist klar: Sie möchte Lehrerin werden und sich mit Naturwissenschaften beschäftigen. 2025 schloss die 17-Jährige ihr Abitur ab und begann im Wintersemester 2025/2026 an der Universität Freiburg Chemie und Mathe auf Lehramt zu studieren. Damit ist sie die jüngste der diesjährigen Erstsemester.
Lange und lernintensive Tage kennt sie bereits aus der Schulzeit und kommt mit dem vollen Stundenplan gut zurecht. „Ich muss schon sagen, dass das Studium durch die beiden Hauptfächer sehr zeitaufwendig ist. Aber ich bin bisher ziemlich zufrieden“, berichtet sie. „Ich habe auf jeden Fall Spaß – und es gab schon einige Momente, in denen ich dachte: richtig cool, was ich da gerade gelernt habe.“ Trotz des stressigen Alltags findet sie immer wieder Momente, um Energie zu tanken: „Ich tanze nebenher West Coast Swing und mache Selbstverteidigung. Dadurch habe ich einen guten Ausgleich zum Studium.“
Auch Anschluss zu finden und Kontakte knüpfen gelingt ihr an der Universität leicht. „Das Soziale ist kein Problem. Meinen Kommiliton*innen ist es egal, wie alt ich bin. Weil ich noch minderjährig bin, hatte ich aber zum Beispiel die Hürde eine Wohnung alleine zu beziehen“, sagt sie.
Studierenden im gleichen Alter rät Kaleja deshalb, sich Unterstützung zu suchen. „Ob Eltern oder Freundinnen – ich finde es wichtig, durch herausfordernde Phasen nicht allein zu gehen.“
Nun blickt sie gespannt auf ihr Orientierungspraktikum in den Semesterferien. „Das wird bestimmt cool, weil ich dort meine ersten konkreten beruflichen Erfahrungen sammeln kann und meinem Berufsziel Lehrerin ein Stück näherkomme.“
*Source: Universität Freiburg
