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29. Feb 2020

Weltrekordversuch im Marathon: Wie schnell ist die Strecke in Wien?

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Forschungsteam analysiert Streckenprofil in Prater Hauptallee

Eliud Kipchoge aus Kenia, derzeit schnellster Mensch über die Marathondistanz, wird voraussichtlich am kommenden Samstag im Wiener Prater versuchen, als erster Mensch einen Marathon unter zwei Stunden zu laufen. Im Mai 2018 war ein ähnlicher Versuch in Monza knapp gescheitert. Diesmal wurde mit der Hauptallee eine Strecke ausgewählt, die schneller als jene in Monza sein soll und nur unwesentlich langsamer als eine theoretische Idealstrecke ohne Steigungen und Kurven. ForscherInnen aus Österreich und den USA haben einen Vergleich einer theoretischen Idealstrecke ohne Steigungen und Kurven mit der Strecke im Wiener Prater angestellt.

Bereits seit Jahren als Fixpunkt beim Vienna City Marathon im Programm, wurde die Prater Hauptallee als Austragungsort zum Durchbrechen der “Schallmauer” des Marathonsports auserkoren. In einer aktuellen Studie hat ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung von Christoph Triska vom Institut für Sportwissenschaft und vom Olympiazentrum Wien-Schmelz der Universität Wien die Strecke analysiert und eruiert, ob das Vorhaben realistisch ist. “Um die Strecke möglichst genau simulieren zu können, sind wir zur Datenerfassung die Strecke mehrmals mit Auto und Fahrrad abgefahren. Besonders relevant waren dabei die GPS- und Höhendaten”, erklärt Triska. Gemeinsam mit den Informationen zum Streckenverlauf der OrganisatorInnen konnten die WissenschafterInnen das Streckenprofil sehr genau abbilden. 

Image credit: Wikipedia

Die anschließende Computersimulation ergab, dass Kipchoge auf einer absolut geraden Strecke ohne Steigungen um nur ca. 4,5 Sekunden schneller wäre, als auf der geplanten Weltrekordstrecke. “Das entspricht einem Mehraufwand an Energie von 0,11 Prozent“, so Triska. Die Berechnungen ermöglichen auch eine Analyse des zusätzlichen Energiebedarfs durch das Bergauf- und das Kurvenlaufen sowie die Energieersparnis durch das Bergablaufen. So zeigen die vollständigen Ergebnisse, dass der Läufer bereits beim Bergablaufen nach dem Start auf der Reichsbrücke etwa sechs Sekunden im Vergleich zu einer absolut ebenen Strecke einspart. 

Durch den Höhenunterschied auf der Hauptallee – hier sind vier Runden mit jeweils drei Meter Anstieg zu absolvieren – verliert Eliud Kipchoge 10,1 Sekunden auf optimale Bedingungen. Darüber hinaus büßt er durch das Kurvenlaufen nochmals 0,4 Sekunden ein. “Die Strecke ist so gewählt, dass 26 Höhenmeter bergab gelaufen werden und lediglich 12 Höhenmeter bergauf. Somit ist die Strecke in Wien für den Weltrekordversuch bestens geeignet”, so Triska abschließend.

Publikation in SportRXiv
The effects of course design (curves and elevation undulations) on marathon running performance: an a priori case study of the INEOS 1:59 Challenge in Vienna.Dr. Christoph Triska, Wouter Hoogkamer, Kristine L. Snyder, Paolo Taboga, Christopher J. Arellano, Rodger Kram, In: SportRXiv
https://doi.org/10.31236/osf.io/xrjvb
http://sportrxiv.org


*Source: Universität Wien

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