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Eine gemein­same Währung für Resi­lienz

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Resilienz ist ein Schlüssel­begriff in der Ökologie. Wissen­schaftler vom Institut für Ökologie haben nun im Magazin Trend in Ecology and Evolution einen Artikel veröffent­licht, in dem sie ein allgemein anwendbares Schema zur Quantifizierung der Resilienz von Ökosystemen präsentieren. So soll zukünftig eine Vergleichbarkeit der Resilienz verschiedener Systeme ermöglicht werden.

Schon seit längerem beschäftigt sich der Ökologe Michael Bahn mit der sogenannten Störungsökologie, also mit der Frage, wie Systeme auf Störungen reagieren. Ein zentrales Konzept in diesem Zusammenhang ist die Resilienz. Während Resilienz in der Umgangssprache oft nur mit dem Begriff Widerstandsfähigkeit gleichgesetzt wird, besteht Resilienz in der Ökologie aus zwei Aspekten. Zum einen beschreibt der Begriff die Fähigkeit eines Systems, die unmittelbare Auswirkung einer Störung zu minimieren; zum anderen die Fähigkeit, sich nach einer Störung wieder zu erholen und den Ausgangszustand wieder zu erreichen. Johannes Ingrisch und Michael Bahn vom Institut für Ökologie kritisieren, dass in zahlreichen Studien bisher kaum vergleichbare Maßzahlen zur Quantifizierung von Resilienz verwendet wurden. Sie schlagen in ihrem Artikel eine universelle Methode zur vergleichenden Quantifizierung von Resilienz von Ökosystemen vor.

Ein neuer Ansatz zur Quantifizierung von Resilienz

In ihrer Methode verfolgen sie einen Ansatz, bei dem die beiden Faktoren Widerstandsfähigkeit und Erholung gleichermaßen berücksichtigt werden. Zunächst muss dazu die base line, also der Ausgangszustand eines Systems, definiert werden. Die Erholungsrate und die Veränderung des Zustandes oder der Funktionen eines Ökosystems beziehen sich immer auf diesen Ausgangspunkt. So lassen sich Schemen für verschiedene Szenarien von Störungen auf Systeme erstellen und machen sie untereinander vergleichbar. „Mit dieser Methode können wir in Zukunft besser bestimmen, welche Prozesse sensibler und welche Systeme anfälliger sind“, erklärt Michael Bahn. „Wenn man den Ausgangszustand kennt, die Größe des Impacts und die Erholungsrate, dann kann man jedes System abbilden und vergleichen“, so Michael Bahn weiter. Ein Vorteil dieser Vorgangsweise ist, dass dafür keine neuen Messmethoden oder Daten erforderlich sind. Sie kann also auch auf bereits erhobene Datensätzen und bestehende Studien angewendet werden.

Bewusstsein schaffen

Bisher hat sich Michael Bahn in seiner Forschung mit Prozessen innerhalb einzelner Ökosysteme beschäftigt und diese nicht miteinander verglichen. Ausgangspunkt für den nun kürzlich erschienen Artikel war eine Studie zur Resilienz von bewirtschafteten und unbewirtschafteten Bergwiesen in Bezug auf Dürre-Ereignisse, die der Doktorand Johannes Ingrisch gemeinsam mit Michael Bahn durchgeführt hat. Um die Widerstandsfähigkeit und die Erholungsrate dieser beiden Systeme zu vergleichen, haben die Forscher nach geeigneten Vorgangsweisen in vorangegangenen Studien und Experimenten gesucht. Dort sind sie auf zahlreiche Methoden und Maße der Resilienz gestoßen, deren Wahl zu teilweise widersprüchlichen Schlussfolgerungen führte. „Deshalb war es uns ein Anliegen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die bisher publizierten Maßzahlen nur bedingt vergleichbar sind und der Komplexität der Resilienz meist nicht gerecht werden“, begründet Bahn die Relevanz des kürzlich erschienenen Artikels.

Gesellschaftliche Relevanz

Nicht nur in der Ökologie, sondern auch gesellschaftlich ist das Thema der Resilienz und der Vergleichbarkeit von Systemen relevant. „Gerade in Zeiten, in denen Klimaextreme immer stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit treten, wird es zunehmend bedeutend, festzustellen, welche Ökosysteme und Ökosystemleistungen widerstandsfähiger gegenüber extremer Kälte oder Dürre sind, und welche Management-Maßnahmen die Resilienz gegenüber derartigen Extremereignissen erhöhen“, unterstreicht Michael Bahn die Bedeutung einer universellen Quantifizierung von Resilienz.

*Source: Universität Innsbruck

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