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18. Jun 2019

COP 12 in Pyeongchang

12. Weltnaturschutzkonferenz in Südkorea

Vom 6. bis 17. Oktober findet in Pyeongchang in Südkorea die zwölfte Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zur Biologischen Vielfalt statt (CBD COP 12). Über 10.000 Teilnehmer aus über 190 Ländern werden in dem Ort erwartet, an dem 2018 auch die olympischen Winterspiele stattfinden sollen. Der NABU wird als Teil der Delegation von BirdLife International diese alle zwei Jahre stattfindende Weltnaturschutzkonferenz aktiv begleiten.

Die 2020-Zwischenbilanz im Fokus

Im Fokus der Konferenz wird eine Zwischenbilanz stehen, die beschreibt, was die Staaten seit 2010 für die Rettung der Vielfalt von Arten und Ökosystemen getan haben. Dieser sogenannte „4th Global Biodiversity Outlook“ wird ernüchternd ausfallen: Nur bei einem kleinen Teil der zwanzig auf der COP 10 in Japan vereinbarten „Aichi-Ziele“ zum Stopp des Artensterbens bis 2020 dürfte das gegenwärtige Tempo ausreichen. Bei vielen bewegt sich die Staatengemeinschaft sogar rückwärts.

Der NABU, BirdLife International und viele andere Umweltverbände weltweit fordern deshalb, dass sich die Staaten auf der COP 12 auf einen konkreten Fahrplan zu einer schnelleren und konsequenteren Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen verpflichten. Ansonsten würde die angekündigte “Pyeongchang Roadmap” nur weiteres Papier unter vielen bleiben.

Photo credit: NABU.de

Photo credit: NABU.de

Finanzhilfen und Meeresschutz

Dabei muss es vor allem um die Einlösung des Versprechens der Staaten gehen, bis 2015 die Naturschutzhilfen an die ärmsten Länder zu verdoppeln. Obwohl dies bereits auf der letzten Konferenz von zwei Jahren in Indien vereinbart worden war, ist hier noch viel zu tun – Deutschland ist hier unter den wenigen Ländern, die ihr Soll erfüllen. Die Entwicklungsländer müssen ihrerseits beweisen, dass sie die Gelder auch abrufen und effektiv einsetzen werden – und auch selbst Anstrengungen für den Schutz der Artenvielfalt unternehmen.

Weitere Fortschritte werden für den Meeresschutz erwartet – per COP 12-Beschluss soll eine wichtige Etappe für die Ausweisung von über 160 internationalen Hochseeschutzgebieten genommen werden. Ausgerechnet einige Europäische Länder entpuppen sich hierbei wegen Fischereiinteressen als Bremser und müssen noch umgestimmt werden.

Nachhaltige Entwicklung und Kampf gegen Biopiraterie

Intensiv wird auch der Stellenwert diskutiert werden, den der Naturschutz in den derzeit auf UN-Ebene verhandelten globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) einnehmen wird. Die SDGs sollen 2015 verabschiedet werden, und der NABU erwartet daher jetzt ein klares einstimmiges Signal aus Pyeongchang an die Staatschefs, den Erhalt der Artenvielfalt als einen der Grundpfeiler von Armutsbekämpfung und Wirtschaftsentwicklung zu sehen. Unter anderem hier wird sich zeigen, ob die Entwicklungsländer bereit sind, mitzugehen und ihren Anteil zum Naturschutz beizutragen.

Schließlich wird zeitgleich in Pyeongchang auch das erste Treffen der über 50 Regierungen stattfinden, die das verbindliche „Nagoya-Protokoll“ der CBD gegen Biopiraterie bereits ratifiziert haben. Aufgrund noch andauernder Debatten innerhalb der Bundesregierung um die nationale Umsetzung wird Deutschland hier nur Zaungast sein. Das Nagoya-Protokolle regelt den Zugang zu biologischen Ressourcen wie Genen und Substanzen aus Tieren und Pflanzen.

Forderungen an Bundesregierung und EU

Von der Bundesregierung erwartet der NABU vor allem, dass sie ihren großen Einfluss auf andere europäische Länder nutzt und die in Pyeongchang als Block auftretende EU wieder zu einem Vorreiter im weltweiten Naturschutz macht – mit glaubhaften Versprechen auch die eigenen Hausaufgaben zu machen. Das internationale Ansehen der EU leidet derzeit nämlich sehr, angesichts der aus Naturschutzsicht gescheiterten Agrarreform und eines völlig unterfinanzierten Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Dazu kommen die jüngst bekannt gewordenen Pläne des neuen Kommissionspräsidenten Juncker. Diese beinhalten, dass künftig kaum noch Initiativen für den Umwelt- und Naturschutz erlaubt werden. Ebenso soll überprüft werden, ob die EU-Gesetze im Bereich Naturschutz, Luftreinhaltung und Ressourceneffizienz noch „zeitgemäß“ sind. Umweltverbände befürchten deswegen eine Aufweichung des bestehenden und bewährten Umweltrechts.

*Source: NABU.de

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