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16. Jun 2019

Klimaschutz in Gorontalo

NABU startet neues Projekt im indonesischen Tropenwald

Hilfe für einen der 34 globalen „Hotspots der biologischen Vielfalt“: Der NABU und sein indonesischer Partner Burung Indonesia haben ein neues Projekt zum Tropenwaldschutz auf der indonesischen Insel Sulawesi gestartet. „68,5 Prozent dieser Provinz sind noch mit Wäldern bedeckt, die sich durch eine einzigartige, sehr hohe Biodiversität auszeichnen“, sagt NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt. Allein im Projektgebiet leben 36 endemische Vogelarten und zahlreiche weitere Tierarten, die nur hier vorkommen, darunter Gorontalo-Makaken und Sulawesi-Hirscheber.

Nun besteht die Chance in Gorontalo einen der artenreichsten Wälder der Erde und seine seltenen Bewohner zu schützen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dabei geht es vor allem darum, die gefährdeten Tropenwaldgebiete als Speicher von Kohlenstoff, als Lebensraum für indigene Völker und zum Schutz der einzigartigen Biodiversität zu erhalten. Zudem sind Maßnahmen zur Stärkung der strukturellen Wirkungen einer Waldnutzungslizenz sowie zur Verbesserung des gesetzlichen Rahmens geplant.

In Gorontalo gibt es einen der artenreichsten Wälder der Erde. Image cedit: NABU.de

In Gorontalo gibt es einen der artenreichsten Wälder der Erde. Image credit: NABU.de

Ausbreitung der Ölplantagen stoppen

Das Projektgebiet verbindet zwei Schutzgebiete (Panua Nature Reserve und Nantu Wildlife Reserve) und sechs geschützte Waldgebiete. Damit fördert es die Vernetzung von insgesamt 257.000 Hektar Waldflächen. Aufgrund der hügeligen Topographie und des erschwerten Zugangs zeichnet sich ein großer Teil des Waldes durch eine relativ gute Qualität aus. Allerdings wurden im Westen des Gebietes bereits erste, größere Flächen für Ölpalmpflanzungen vergeben. Die vorgesehene Ausweisung eines 84.798 Hektar großen Gebietes als „Gebiet für Ökosystem-Restaurationen“ stoppt die weitere Ausbreitung der Ölpalmplantagen.

Nashornvogel. Image cedit: NABU.de

Nashornvogel. Image credit: NABU.de

In Indonesien befinden sich etwa zehn Prozent (90 Millionen Hektar) der weltweit verbliebenen tropischen Wälder. Zwei Drittel davon sind als Produktionswald klassifiziert. Werden diese Waldgebiete wie bisher genutzt, könnten nach Schätzungen der indonesischen Regierung innerhalb der nächsten 20 Jahre etwa 14 Millionen Hektar Wald zerstört oder nachhaltig geschädigt sein, was einen Ausstoß von 2,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid zur Folge hätte. Durch das neue Projekt in Gorontalo und den konsequenten Schutz der Wälder könnte Schätzungen zufolge innerhalb der fünfjährigen Laufzeit allein im Projektgebiet der Ausstoß von drei bis sieben Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalenten (CO2e) vermieden werden.

Erfolgreiches Modellprojekt: Harapan

Als Modellprojekt dient das Harapan-Projet im Regenwald auf Sumatra, in dem der NABU und Burung Indonesia bereits seit dem Jahr 2009 erfolgreich zusammenarbeiten. Damals wurde dort das erste so genannte Gebiet für Ökosystem-Restaurationen in Indonesien geschaffen, in dem das Abholzen und die Umwandlung in Agrarflächen nun verboten ist. Weitere Informationen über das Harapan-Projekt

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums fördert das von der KfW-Bank getragene Gorontalo-Projekt mit 4,405 Millionen Euro.

*Source: NABU.de

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